Die Raunächte fallen in die Zeit zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig und bilden eine mystische Zeit “zwischen den Jahren”, die tief in der europäischen Tradition verwurzelt ist: In der alten Zählung war das Mondjahr mit seinen 354 Tagen bereits beendet, zur Vollendung des Sonnenjahres fehlten aber noch 11 Tage und 12 Nächte. Dies prägte auch den Charakter der Rituale – eine Zeit des Übergangs und der Besinnung – die Arbeit durfte ruhen und man erfreute sich an der Stille der winterlichen Natur.

Gleichzeitig wird im Verlauf dieser Tage bereits spürbar, dass wir den dunkelsten Zeitpunkt des Jahres hinter uns gelassen haben, und das Licht zurückgekehrt ist.

Es ist der ideale Zeitpunkt, um das zu Ende gehende Jahr zu verabschieden und sich auf das neue Jahr vorzubereiten, um Danke zu sagen, sich von Dingen, Orten oder auch Menschen zu verabschieden, Verhaltensmuster zu überdenken und Platz für Neues zu schaffen und es in seinem Leben willkommen zu hießen.

Vor allem die Nächte sind von besonderer Bedeutung, da sie als eine Zeit gelten, in der nur ein dünner Schleier unsere Welt von der Anderswelt trennt. Dadurch können wir tiefer in unser Unterbewusstsein eintauchen, neue Einsichten gewinnen und eine grössere spirituelle Klarheit erlangen.

Meine persönliche Raunachts-Erfahrung

Wie genau ich von den Raunächten erfahren habe, kann ich nicht mehr sagen, aber es war noch in meiner Teenager-Zeit. Damals galt mein Augenmerk meinen Träumen – ich führte ein Traumtagebuch und versuchte daraus Hinweise für das kommende Jahr zu erhalten. Ich liebte das Orakeln an Sylvester und versuchte mich im Tarotkarten-Legen.

Seither sind die Raunächte ein fester Bestandteil meines persönlichen Jahreskreises. Ich habe über die Jahre mehr und mehr altes Wissen angesammelt und gleichzeitig gelernt, meiner Intuition zu trauen.

Schon immer habe ich versucht, meinen Rhythmus nach den Jahreszeiten auszurichten – nach den aktiven, aber auch anstrengenden Sommermonaten und der Ernte im Herbst habe ich mich immer auf die Stille des Winters gefreut, auf Schnee gehofft, der die laute Welt in Watte packt, und auf Weihnachten mit arbeitsfreier Zeit, die ich gerne auf dem Sofa mit einem (Tage-)Buch, Weihnachtsplätzchen und Tee verbracht habe. Ich hatte Zeit, die Seele baumeln zu lassen und zu mir zu kommen.

Seit ein paar Jahren habe ich mein Wissen und meine Erfahrungen in einem zweiteiligen Seminar gebündelt, um interessierten Menschen einen Zugang zu bieten und dieses wunderschöne Brauchtum wieder stärker zum Leben zu erwecken, das uns dabei unterstützt, in Einklang mit uns und der Natur zu kommen.

Als interkulturelle Trainerin und Qigong-Lehrerin habe ich mir eine Methoden-Vielfalt angeeignet, die ich intuitiv nutze. Dazu gehören unterschiedliche Übungen zur Visualisierung und Reflexion sowie Geschichten, Meditation und kreatives Gestalten. Zugleich nutze ich meine Erfahrung mit energetischer Arbeit, um einen geschützten Raum zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden ihren persönlichen Themen annähern können und wir einen liebevollen Austausch pflegen.

In den letzten Jahren hat sich das Wissen um die Raunächte erfreulicherweise wieder vermehrt und so werde ich in diesem Jahr den Schwerpunkt bei den beiden Terminen auf das gemeinsame wie auch das persönliche Eintauchen und Erleben in die Rituale legen.

Für alle, die gerne im Vorfeld mehr Hintergrundwissen zu den Raunächten und den verschiedenen Traditionen haben möchten, habe ich eine ca. zweistündige interaktive Einführung zusammengestellt.

Ich bin schon jetzt gespannt, wer sich bei mir einfinden wird und freue mich auf die gemeinsame Zeit.

Hier noch einmal die Terminübersicht:

ZWEITEILIGES RAUNÄCHTE-RITUAL

  1. Treffen: Samstag, 12. Dezember 2026 oder Sonntag, 14. Dezember 2026
  2. Treffen: Samstag, 9. Januar oder Sonntag, 10. Januar 2026

Jeweils von 15-18 Uhr

Aareggdamm 3, Aarberg

Ausgleich: 99 CHF inkl. Imbiss und Materialien, bis 15. November 88 CHF

ZWEISTÜNDIGE EINFÜHRUNG
Freitag, 11. Dezember 18.00-20.00 Uhr (Zoom) oder
Samstag, 12. Dezember 12.30-14.30 Uhr, Aareggdamm 3, Aarberg

Ausgleich: 25 CHF