DAS JAHR DES FEUERPFERDES
Nach dem Mondkalender wechseln wir am 17. Februar 2026 vom Jahr der Holzschlange zum Jahr des Feuerpferdes; nach dem ewigen (=10.000-jährigen) Kalender beginnt das Jahr jeweils am 4. Februar.
Dem Pferd (Erdzwei Wu 午) werden Mut, Furchtlosigkeit, Streben nach Freiheit, Dynamik, Klugheit, Begeisterungsfähigkeit und körperlich wie emotionale Belastbarkeit zugeschrieben. In diesem Jahr ist das Pferd gleich dreimal mit der Wandlungsphase Feuer verbunden: auch der Himmelszweig Bing (丙) entspricht dem Yang-Feuer, ebenso wie die aktuelle Phase im 180-jährigen Zyklus (siehe eigener Blockbeitrag).
Feuer steht für Licht, Brillanz, Freude und Leidenschaft, es lodert und transformiert, das was es verbrennt. Wichtig ist, dass wir mit innerer Klarheit herausarbeiten, was gehen darf und dies tatsächlich und wahrhaftig loslassen; tief in unserem Herzen.
Zudem birgt das Feuer auch eine grosse Kreativitätsenergie. Es schafft also ideale Bedingungen, um einen Neuanfang oder eine grosse Veränderung zu wagen.
Aufgrund der starken Feuerenergie sind Ruhephasen und Erdung aber äusserst wichtig, um zu verhindern, das wir über unsere Grenzen gehen; wenn das Herzfeuer zu stark wird, verzehrt es uns.
Ein eher zurückhaltendes Tier, wie z.B. die Schlange, kann den nötigen Impuls erhalten, um aktiv zu werden, das Pferd verleiht im Mut; ein Drache sollte dagegen lieber ein paar Mal tief durchschnaufen, ehe er in seinem Übermut sofort begeistert ‚Ja‘ ruft.
Wie immer dürfen wir auf unsere innere Stimme hören. Je besser unser Körperbewusstsein, desto schneller merken wir, wenn unsere Reserven zur Neige gehen. Bei all dem, was von Aussen auf uns einprallt, ist es gut, wenn es uns gelingt, uns immer wieder in uns zurückzuziehen, Inne zu halten und uns Ruhephasen zu gönnen. Mit Ruhe stärken wir unser Nieren-Qi (Wandlungs-phase Wasser) und erreichen so eine bessere Regulation des Herz-Feuers.
Pferde sind schnell und voller Dynamik, sie sind klug und haben einen guten Spürsinn, daher lassen sie sich ungern Zügel anlegen. Sie zeichnen sich durch Belastbarkeit und Ausdauer aus. Feuerpferde können aber auch schon einmal über das Ziel hinausschiessen.
Auf globaler Ebene werden wir einen Angriff auf überalterte, starre Strukturen sehen: nach TCM nährt Stagnation das Feuer und zehrt uns aus, überkommene Machtstrukturen werden also ausgehöhlt oder verbrannt, schon jetzt sehen wir, dass verschiedene Institutionen kurz vor dem Aus stehen. Auch das ist im Einklang mit der Periode 9, in der wir uns aktuell befinden – das Streben nach Macht und Reichtum, der Aufbau von starren Systemen: All das wird abgelöst von Herzenswärme und Intuition.
Aber auch in unseren persönlichen Beziehungen kann Stagnation schädlich sein. Daher dürfen unsere Beziehungen erneut auf den Prüfstand. Der Wunsch nach Vernetzung und der Schaffung lokaler Gemeinschaften muss aus dem Herzen heraus geboren werden. Auch wenn es vielleicht schwer fällt, sich von langjährigen Bindungen zu lösen, gilt es Verantwortung zu übernehmen und zu sich selbst zu stehen.
Fazit:
Wir steigen auf den Rücken des Feuerpferdes, lenken es nur sanft, um ihm unsere Zielrichtung aufzuzeigen, und vertrauen auf die Trittsicherheit und Klugheit, wenn es darum geht den richtigen Weg zu finden. Wir verbinden uns mit dem Feuer und damit mit unserem Herzen, dem Sitz des Geistes und der Gefühle, und tauchen in die Freude ein.
Um die Balance zwischen Innen und Aussen herzustellen und dem galoppierenden Pferd und seinem Reiter Erholung zu schenken, eignen sich Meditation und Qigong – dadurch können wir unser Qi regulieren und harmonisieren und eventuellem Übermut und Leicht-Sinn mit der nötigen Gelassenheit begegnen.
Die Zauberwörter sind Klarheit, Vertrauen, Mut und Ruhe.